große Pläne.

Meine Plan fürs Leben. Stand 5. Oktober 2018, 08:30, eine Tasse Schwarztee und ein Glas Wasser.

Eine Woche nach Date vier beschäftigt mich die Frage meines Ende-30-Boys immer noch. Inzwischen weiß ich jedoch, dass das mit dem Heiraten und Kinder großziehen nur eine Möglichkeit ist. Eine, die einem gelehrt wird durch Filme, Erziehung, Evolution, Freunde, Familie, Bücher, Klischees, Politik und andere Dinge, denen man sich schon fast blind ergibt. Die man nicht hinterfragt und über die man nicht nachdenkt. Aber ist das so richtig? Möchte ich das? Möchte ich mein Leben von anderen bestimmen lassen?

Die Antwort ist Nein.

Ich möchte lieben und geliebt werden, ich möchte lachen und mich über die kleinen Dinge im Leben freuen können. Ich möchte Menschen um mich haben mit denen ich weinen kann und die in schlechten Zeiten für mich da sind. Ich möchte ein Leben in die Welt setzten, ich möchte Geld verdienen und beruflich Erfolgreich sein, ich möchte Verantwortung übernehmen können und von Freunden und Familie geschätzt werden. Ich möchte frei und finanziell unabhängig sein, ich möchte gesund, fit und vital sein. Ich möchte guten Wein trinken und gute Gerichte essen. Ich möchte gut aussehen und gut gekleidet sein.

Ich möchte lieben und geliebt werden, egal ob von einem Mann einer Frau oder mehreren Menschen. Ich möchte ein Leben in die Welt setzten, egal ob mit meinem besten Freund, in einer Beziehung mit einer Frau und einem Mann oder einer Person die ich einfach nur schätze und ein Teil meines Lebens sein soll. Ich möchte mir aussuchen können, mit wem ich dieses neue Leben aufziehe und wie ich es erziehe. Ich möchte mir aussuchen können, ob ich die Person die ich liebe heirate oder nicht. Ich möchte mir aussuchen können wo und für wen ich arbeite und wie ich meinen Lebensunterhalt verdiene. Ich möchte unabhängig sein.

Ich möchte für mich glücklich und frei sein. Ich möchte mich nicht rechtfertigen müssen, ich möchte keine Klischees erfüllen müssen, keine Lebensweisen von anderen leben. Ich möchte nicht, dass mir irgendjemand beibringen will, was erwünschte und unerwünschte Haltungen sind. Ich möchte in keine gesellschaftliche Schublade gesteckt werden, weder rechts noch links, weder feministisch noch konservativ, weder schwarz noch weiß.

Ich möchte lieben und geliebt werden, frei sein und über mein Glück selbst entscheiden können.

Traut euch doch auch, es ist so einfach – glaubt mir!

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& was ist dein Plan? – about the blog.

Vor genau einer Woche saß ich abends auf der Couch mit einem Glas Weißwein in der rechten und einem Mitte- oder eher schon Ende-30-Boy in der linken Hand. Besser gesagt im Arm – also der Mann natürlich. Ein Abend wie ich ihn mag und welchen man wohl auch dem Tinderzeitalter verdanken kann: small talk,  Wein, Sex, duschen, tiefe Gespräche danach und hin und wieder läuft ein Film oder eine Serie auf Netflix im Hintergrund. Wir haben schließlich 2018 und das herkömmliche Fernsehn ist nun den über 50-jährigen vorenthalten. Und mein fast-40-Boy gehört noch nicht zu denen. Gottseidank.

Aber fangen wir mal von vorne an, ich fasse mich kurz: kennengelernt im Sommer auf Tinder* – Tinder Superlike sogar. Erstes Date zwei Aperol Spritz, deep talk und ein netter Spaziergang sowie ein flüchtiger bye bye Kuss. Zweites Date drei Aperol Sptitz, diesmal jedoch auf seiner Gartenterrasse, den weiteren Gesprächen über unser Leben folgte ein kurzes aber nicht sehr konzentriertes Beobachten einer US-Serie und das übliche Küssen und Fummeln. Heutzutage nennt man es neudeutsch „Netflix & Chill“. However, er wollte das ich bleibe, was ich auch tat obwohl es keinen weiteren intimen Austausch von Körperflüssigkeiten an diesem Abend gab. Ich war nie das Netflix & Chill & bye bye Girl – ich wollte selbst vor Netflix Zeiten schon etwas mehr Commitment als meine weiblichen Mitmenschen.
Vielleicht hat ihn no sex on the first (home)-date gerade auch deswegen überrascht weil ich mit 20something wohl genau der Generation angehöre, die angeblich keine Beziehungen führen kann oder will**. Jedenfalls wurde ich trotzdem zu einem dritten Date eingeladen – hier gab es Sex und er war naja… wie soll das erste Mal Sex mit einem neuen Mann schon sein (?!) – eh gut. Dem dritten Date folgte ein kleines Drama. Somit ließ das vierte Date auf sich warten. Einige Nachrichten und gegenseitige Übereinstimmungserklärungen, dass es sich um „casual fun“ (neudeutsch für Freundschaft +) und nicht um eine in Richtung Beziehung gehende sexuelle gemeinsame Zeit handeln sollte, hat also Date vier stattgefunden.

Date vier: Der Grund weswegen ich diesen Post schreibe oder eigentlich weswegen ich diesen Blog schreibe. Ich habe viele Männer kennen und lieben und hassen gelernt. Keiner davon hat mich aber jemals gefragt, was mein persönlicher Lebensplan ist.

Also nochmal zum Mitschreiben: Date vier, Donnerstag 27. Oktober 2018, ein durchtrainierter gutaussehender Ende-30-Boy, der beste Küsser den ich je hatte (mal nur so nebenbei, um angeben zu können) fragt mich über meine Pläne für die Zukunft. Ich wie aus der Pistole geschossen und in Angstschweiß gebadet (trotz Nacktheit): Irgendwann heiraten und Kinder bekommen – ein ganz normales Leben halt.

Ja eh. Als Mittzwanzigermädchen, die zu viele Disneyfilme mit Prinzessinnen und Happy End gesehen hat, deren Eltern seit über 25 Jahren verheiratet sind wohl eine evolutionär bedingte und in den Genen verankerte Pauschalantwort. Außerdem hin und her gerissen zwischen konservativer Erziehung und geprägt von Emanzipationsgelaber wohl das Erste, das mir auf diese Frage eingefallen ist.

Mein Ende-30-Sixpack-Boy hat mir von einer Scheidung erzählt, von einer weiteren missglückten Beziehung und von über vierzehn Jahren in der er diese beiden Frauen geliebt und verehrt hat, einen Kontinent verlassen hat und eine – für alle Außenstehenden – perfekte Bilderbuchbeziehung geführt hat. Autsch!

In dieser Nacht habe ich wenig geschlafen. Wie kann das so einem tollen Mann passieren? Lohnt es sich überhaupt noch in herkömmliche Beziehungen zu investieren? Wie groß ist die Wahrscheinlichkeit verletzt zu werden, wenn man jemanden liebt? Lohnt es sich überhaupt noch? Auch am nächsten Tag habe ich viel über mein Leben, meinen Plan und meine Ziele nachgedacht.

Vier simple Worte: Was ist dein Plan? Die mir seit einer Woche keine Ruhe lassen.

Darüber möchte ich schreiben. Über die Männer die ich lieb(t)e, die Liebe selbst, das Leben, das macht was es will, die Erfolge und die Niederlagen, Frust und Freude, Freundschaft, große Pläne und Ziele. Über die Ziele die erreicht werden, sich ständig ändern, die Wege die uns zum Ziel bringen sollen oder die, die das Ziel sind.

Begleitet mich ein Stück, lernt von mir, tauscht euch mit mir aus, denkt über mein Geschriebenes nach und verlässt mich wieder, wenn es euch reicht.

Fortsetzung folgt.

* Bevor ich es vergesse, weil ich vorhin ein einschlägiges Datingapp benannt habe – zu diesem Thema wird in geraumer Zukunft ein Blogpost folgen – keine Sorge.
**Auch das Beziehungsthema wird noch abgehandelt, I promise.